Vornamen sind wichtig. Sie entscheiden darüber, wie ein Mensch bei der Vorstellung wahrgenommen wird, vermitteln ein Bild, das nicht zuletzt von Vorurteilen und Erinnerungen an längst vergangene Zeiten geprägt ist. Umso wichtiger erscheint die Wahl des Vornamens, die Eltern während der Schwangerschaft umtreibt.
Modeerscheinungen, die immer wieder kommen
Namen sind, wie das meiste in Sachen Kind und Familie, der Mode unterworfen. In mehr oder minder regelmäßigen, kurzen oder langen Abständen ändert sich der Zeitgeist, wandelt sich der kollektive Geschmack der Eltern, und dementsprechend gibt es immer einige Namen, die in ein paar aufeinanderfolgenden Geburtsjahrgängen überwiegen, häufiger gewählt werden als zu anderen Zeiten. Wer genauer hinschaut, der stellt Unterschiede fest: Die soziale Herkunft scheint eine Rolle zu spielen, der Bildungsstand der Eltern, und natürlich auch Filme, Computerspiele und Literatur – zumindest zunehmend in den letzten Jahren.
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2014 wie 2013: Kaum Veränderungen
Für das noch laufende Jahr 2014 sind noch längst nicht alle Kinder geboren, längst nicht alle Vornamen ausgewertet. Allerdings liegen ungefähr 30.000 Kindernamen aus dem ersten Quartal 2014 in einer Liste vor, die bereits jetzt ausgewertet ist, und das Ergebnis ist ähnlich wie bereits 2013. Die Geburtsmeldungen zeigen, dass es bei den Mädchennamen fast keine Veränderung gegeben hat, während bei den Jungen Luis/Louis ein paar Plätze aufgestiegen ist.
Die Namen auf den ersten zehn Plätzen sind bei beiden Geschlechtern erfahrungsgemäß über einige Jahre hinweg relativ stabil und wechseln nur untereinander die Plätze. So ist bei den Mädchen der Name „Leonie“ von Platz zehn auf Platz sieben aufgestiegen, Luis konnte drei Plätze aufsteigen. Bei den Mädchen sieht die Verteilung folgendermaßen aus:
- Platz 1: Mia
- Platz 2: Emma
- Platz 3: Hanna/Hannah
- Platz 4: Sofia/Sophia
- Platz 5: Emilia
Bei den Jungen sind ebenfalls Namen mit mehreren möglichen Schreibweisen dabei:
- Platz 1: Ben
- Platz 2: Luis/Louis
- Platz 3: Finn/Fynn
- Platz 4: Jonas
- Platz 5: Luca/Luka
Häufige Vornamen sind gar nicht so furchtbar häufig
Natürlich will niemand, dass die eigene kleine Tochter Mia im Kindergarten auf weitere fünf Mias, drei Maries und vier Emilias stößt, die alle Mia gerufen werden. Das muss man auch gar nicht befürchten, denn was als häufiger Vorname gilt, ist insgesamt gar nicht so häufig. Es stehen so viele traditionelle, moderne, deutsche, italienische, französische, spanische, englische, türkische, russische, arabische und sogar chinesische und japanische Namen allgemein zur Verfügung, dass die Auswahl einfach gigantisch ist.
Wenn in der global, multikulturellen Welt ein Name in der Rangliste weit vorne rangiert, kann es also immer noch sein, dass das Kind dieses Namens bis zum Abitur niemanden im gleichen Alter kennenlernt, der oder die den gleichen Vornamen trägt. Ein Beispiel: Im Jahr 2010 hatte etwas jedes hundertste geborene Mädchen den Namen Mia, der Name führt (wie 2014) die Rangliste an. Wenn alle Kinder dieses Jahrgangs eingeschult werden, wird es bei einer durchschnittlichen Klassenstärke von 25 Kindern voraussichtlich in (statistisch gesehen) jeder vierten Klasse eine einzige Mia geben.
Das ist die Statistik – in der Realität kann es auch sein, dass sieben Klassen keine Mia haben, in der achten Schulklasse aber gleich zwei sitzen. Für den 2010 so beliebten Jungennamen Leon (2014 auf Platz neun) gilt das Gleiche.
Prozentuale Verteilung ist nicht so wichtig wie die Bedeutung
Auch wenn Eltern immer wieder darauf schauen, wie häufig der Vorname gewählt wird: Letztendlich ausschlaggebend für die Wahl des Vornamens eines Kindes ist doch immer noch der Klang, der häufig genug an den Nachnamen angepasst wird.
Die Silbenzahl von Vorname und Nachname muss ein melodisches, harmonisches Klangbild ergeben, der Rhythmus ist entscheidend, und die wenigstens Eltern wollen sehr lange Vornamen für ihre Kinder. Die Bedeutung der Namen, ihre Herkunft und wer diesen Namen bereits getragen hat, ist ebenfalls wichtig.
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