An den 16.12.2013 werden sich die Mitarbeiter des Bremerhavener Zoos noch lange erinnern: An diesem Tag gebar die Eisbärin Valeska Nachwuchs. Eine Vielzahl an Tierfreunden verfolgt die Entwicklung des Babys mit Spannung.
Fast vier Kilo Gewicht: Name fehlt noch
Das Aufziehen von Eisbärenbabys gelingt in Zoos nur selten. Umso mehr Freude lösen die Meldungen aus, welche der Zoo am Meer aus Bremerhaven verkünden kann: Bisher läuft alles nach Plan, das noch namenslose Kind des Muttertiers Valeska gewinnt rasch an Größe und Gewicht. Bei der Geburt Mitte Dezember wog das Baby noch 600 bis 700 Gramm, nun zählt es bereits 4 Kilogramm. Laut Zoo-Beschäftigten liegt das schnelle Wachstum an einer besonders fettreichen Nahrung. Zugleich erfreut sich der Nachwuchs bester Gesundheit. Die Mutter kümmert sich rührend um ihr Kind, sie weicht nur ein Mal am Tag zum Trinken von der Seite des Babys. Ansonsten liegt das Kleine durchgehend beim Muttertier und schläft größtenteils. Alle drei bis vier Stunden wacht das Kind auf und versorgt sich an den Zitzen des Elternteils mit Nahrung.
Große öffentliche Resonanz auf Nachwuchs
Die Nachricht von der erfolgreichen Geburt sorgte für ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit, den Zoo erreichten Tausende Glückwünsche. Die regionalen Medien begleiten die Entwicklung des Babys, der Zoo veröffentlicht auf seiner Homepage regelmäßig Zwischenstände, Fotos und Videos. Bisher bleibt dies die einzige Möglichkeit für Interessierte, das Wachstum des Babys zu verfolgen. Muttertier und Nachwuchs befinden sich abgeschottet in der Wurfhöhle, da das Kind noch weitgehend schutzlos ist. Erst ab dem ersten Monat nach Geburt beginnen wichtige Sinne wie das Sehen, das Hören und das Riechen, zu funktionieren. Die Höhle werden die beiden voraussichtlich im Februar verlassen. Anschließend bewegen sie sich in einem größeren, aber ebenfalls abgeschirmten Bereich. Ab April, wenn das Baby sicher laufen kann, darf es den Außenbereich erkunden. Ab da an können die Besucher die ersten Blicke auf das Jung- und das Muttertier werfen. Der Zoo am Meer erwartet einen großen Andrang.
Eisbärenbabys als Publikumsmagnet: Knut als Vorbild
Die prognostizierten, hohen Besucherzahlen dürften eintreffen. Jedes Eisbärenbaby gewährleistet eine enorme öffentliche Aufregung. Den Höhepunkt bildete bisher Eisbär Knut aus dem Zoologischen Garten Berlin, selbst die internationale Presse begleitete die Geburt 2006 und das Aufwachsen. Es entstand ein wahrer Hype, was auch an der Art der Aufzucht gelegen haben dürfte. Das Muttertier stieß ihr Baby ab, fortan kümmerte sich Pfleger Thomas Dörflein Tag und Nacht um das Füttern. Er bezog deswegen extra ein Zimmer auf dem Zoogelände. Für den Berliner Zoo stellte das Aufsehen rundum Eisbär Knut ein PR-Highlight und eine willkommene Einnahmequelle dar. Die Besucherzahlen schossen in die Höhe, zugleich ließ sich Eisbär Knut zum Beispiel als Plüschtier vermarkten. Die Verantwortlichen des Bremerhavener Zoos erhoffen sich sicher, ebenfalls von der Begeisterung für ein Eisbärenbaby profitieren zu können. Das Potenzial haben sie erkannt, das zeigt die intensive Öffentlichkeitsarbeit.
Bremerhaven: Erstes gesundes Eisbärenbaby seit 41 Jahren
Über vier Jahrzehnte gelang es dem Zoo in Bremerhaven nicht, Eisbärennachwuchs aufzuziehen. Nun ist es endlich soweit, das Baby der Mutter Valeska entwickelt sich zur Zufriedenheit der Pfleger. Ab April können Interessierte das Eisbärenkind im Gehege besichtigen, der Zoo erwartet einen Ansturm.
Video: Eisbär-Baby im Zoo am Meer geboren
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