So gelingt die Fernbeziehung mit Kind

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Sie ist für viele Familien eine ganz besondere Herausforderung: die Fernbeziehung mit Kind. Wissen die Elternteile jedoch gut mit der räumlichen Trennung umzugehen, gelingt die Fernbeziehung, nicht nur als Paar, sondern auch als (Patchwork-)Familie.

Die Besonderheit von Fernbeziehungen

Grundsätzlich gilt: Paare, die in einer Fernbeziehung leben, haben Untersuchungen zufolge eine intensivere Beziehung. Die Distanzbeziehung führt automatisch dazu, dass die Partner öfter miteinander kommunizieren oder gemeinsam ausgehen als andere Paare. Partner, die eine Beziehung in der Ferne leben, werden jedoch auch häufiger von Eifersucht gequält. Dazu kommt, dass nicht jeder Mensch automatisch auch für eine Fernbeziehung geschaffen ist: Während der eine seine Freiheit während der Zeit des Getrenntseins genießen kann, benötigt der andere kontinuierlich die körperliche Nähe des Partners. Für Familien stellen Fernbeziehungen eine ganz besondere Herausforderung dar. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Familie an zwei getrennten Wohnorten lebt und verwurzelt ist, oder ob es sich um zeitweilige Auslandseinsätze oder Dienstreisen des einen Elternteils handelt.

Das Kind in der Fernbeziehung

Kinder gehen ganz unterschiedlich mit der Situation einer Fernbeziehung um. Fakt ist jedoch, dass Kinder stets am liebsten beide Elternteile rund um die Uhr um sich hätten. Inwiefern Kinder die temporären Trennungen einordnen können, hängt immer auch von ihrem Alter ab. Lebt die Familie in einem festen Rhythmus getrennt, fällt den Kindern der Umgang mit der Distanzbeziehung meist leichter. Ist ein Elternteil dagegen mal für kürzere und mal für längere Zeit weg, wirft das den Nachwuchs nicht selten aus der Bahn. Dann wiederum gibt es Jungen und Mädchen, die eine Fernbeziehung ihrer Eltern durchaus positiv erleben.

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Diese Kinder genießen die alleinige Zeit mit der Mutter, bevor am Wochenende der Vater als „Bonuspapa“ wieder zur Familie stößt. Jedoch sollte eine Fernbeziehung mit Kind keinesfalls dazu führen, dass mit dem einen Elternteil der Freizeitspaß und mit dem anderen lediglich der Alltag assoziiert wird.

Fernbeziehung mit Kind – so klappt´s!

Ist ein Kind im Spiel, stellt eine Fernbeziehung hohe Anforderungen an die Eltern, um die Beziehung auf Distanz nicht zur Belastung für den Nachwuchs werden zu lassen. So gelingt die Fernbeziehung mit Kind:

  • Wiedersehen zeitlich festlegen: Ein Kind, das den Zeitpunkt des Wiedersehens kennt, zeigt deutlich weniger Verlustängste. Mithilfe einer Art „Adventskalender“ kann beispielsweise die genaue Zeit der Trennung symbolisiert werden.
  •  Präsenz zeigen: Der abwesende Elternteil sollte dem Kind gegenüber stets seine Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Dies kann in Form von Briefen, Postkarten oder regelmäßigen Anrufen geschehen.
  •  Nähe schaffen: Ein Kind, das etwas vom wegfahrenden Elternteil haben darf (z.B. ein Kuscheltier), erfährt durch das „Trösterchen“ liebevolle Nähe des Bonuselternteils.
  •  Überraschungsbesuche: Ein spontaner Besuch beim getrennt lebenden Elternteil bereitet dem Kind nicht nur große Freude, auf diese Weise lernt es auch einmal die Umgebung des abwesenden Elternteils kennen.
  •  Zeit geben: Dem Kind sollte stets ausreichend Zeit – sowohl beim Abschied als auch beim anschließenden Wiedersehen – zugestanden werden, sodass es sich an den durch die Fernbeziehung ständig wiederkehrenden Umbruch gewöhnen kann.

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Fernbeziehung mit Kind: Trennung jedes Mal aufs Neue

Gelingt es einer Familie, trotz der räumlichen Trennung die emotionale Nähe zu bewahren und sowohl Abschiedszeitpunkt als auch Wiedersehen klar zu benennen, hat sie sehr gute Chancen auf eine glückliche Fernbeziehung mit Kind. Helfen die Eltern ihrem Kind mit viel Verständnis über die Zeit der Trennung hinweg, steht einem harmonischen Familienleben nichts mehr im Weg – trotz der Beziehung auf Distanz.

© Titelbild: iStock.com – Zinkevych

Über den Autor

Michaela Lieber

Seit Maximilian am 12. März 2010 das Licht der Welt erblickte, hat sich in meinem Leben viel verändert. Diese Erfahrungen teile ich gern. Als Redakteurin in meiner täglichen Arbeit, wie im privaten Umfeld.

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